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IDM im Rollstuhlfechten im Bernsteinsaal des Hotels Neptun werden zur Erfolgsgeschichte

Von Peter Richter


Dimitrij Rout (links) auf der Bühne des Bernsteinsaals des Warnemünder Hotels Neptun auf dem Weg zum Titel des Deutschen Meisters im Rollstuhl-Säbelfechten. Foto: Georg Scharnweber
Dimitrij Rout (links) auf der Bühne des Bernsteinsaals des Warnemünder Hotels Neptun auf dem Weg zum Titel des Deutschen Meisters im Rollstuhl-Säbelfechten. Foto: Georg Scharnweber

So etwas gab es hierzulande noch nie! Deutsche Meisterschaften im Rollstuhlfechten würden, sagte Bundestrainer Alexander Bondar vorher ganz ehrlich, sonst bisweilen eher an „Lehrgangsmaßnahmen“ erinnern. 2026 fanden die international besetzten Titelkämpfe – die daher auch IDM hießen – nicht in irgendeiner Turnhalle statt, sondern mit dem edlen Bernsteinsaal des Warnemünder Hotels Neptun an einer absoluten Nummer-eins-Adresse. Schon allein damit erreichten diese Meisterschaften, so „Sascha“ Bondar – der zugleich Landestrainer des Verbandes für Behinderten- und Rehasport Mecklenburg-Vorpommern (VBRS MV) ist –, ein „richtig gehobenes Level“ und eine nie dagewesene Öffentlichkeitswirksamkeit.


Die Qualität der Teilnehmenden war kaum zu toppen


Es war ein Abenteuer, ein Experiment, von dem keiner vorher wissen konnte, ob es klappt und wie es ausgeht – aber es wurde eine Erfolgsgeschichte! Dies auch sportlich: Der TuS Makkabi Rostock stellte allein drei Gesamtsieger in den international besetzten Kategorien plus vier Deutsche Meister!


Paralympics-Sieger 2024 Maurice Schmidt zeigt Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbandes, seine Goldmedaille von Paris. Foto: Peter Richter
Paralympics-Sieger 2024 Maurice Schmidt zeigt Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbandes, seine Goldmedaille von Paris. Foto: Peter Richter

 

Die Qualität der Teilnehmenden an diesen internationalen und zugleich nationalen Titelkämpfen war kaum zu toppen, immerhin ging es in Warnemünde ja auch um die Qualifikation für die EM Anfang Oktober in Cardiff.

Zuvorderst zu nennen in Sachen Qualität auch außerhalb der Planche ist der Paralympics-Sieger 2024 Maurice Schmidt aus Böblingen (Württemberg), der seine Goldmedaille von Paris stets dabei hatte und permanent, und sei es direkt am wenige Meter entfernten Ostsee-Strand, quasi inmitten der Bevölkerung beste Werbung für den Para Sport machte. 


Ausrichter VBRS MV setzt den Maßstab für die Zukunft


Der VBRS MV hatte – einschließlich der Präsentationen und Mitmach-Angebote im Warnemünder Kurhausgarten und auf der Olympia-Meile – kollektiv alle verfügbaren Ärmel hochgekrempelt und sich reingehängt für ein nie dagewesenes Event.

Und der Verband belohnte sich selbst für seine Bemühungen, war ein Top-Ausrichter von „International German Wheelchair Fencing Championships“, die den Maßstab für die Zukunft gesetzt haben! 

Danke dem Organisationsteam der Warnemünder Woche, dass sie die IDM ins Programm integrierten, danke dem Hotel Neptun für die Gastfreundlichkeit und Kooperationsbereitschaft, ein großes Dankeschön ebenso an Stadt und Land, „deren Förderung uns die Ausrichtung der IDM erst möglich machte“, so Reno Tiede, Geschäftsführer des VBRS MV. 


Reno Tiede: Der Para Sport Welt gezeigt, wozu wir in der Lage sind


Auch in seinen Augen eröffneten die IDM im Rollstuhlfechten mit ihrem exklusiven Ambiente die Hoffnung darauf, dass es keine einmalige Angelegenheit war: „Unterm Strich kann man sagen, dass es eine großartige Veranstaltung war. Wir haben spannende Wettkämpfe gesehen und freuen uns, dass wir den einen oder anderen Titel hier bei uns in Rostock behalten konnten. Wir haben eine tolle Werbung für den Para Sport sowohl hier in Rostock gemacht als auch für unseren Standort, was die Organisation von hochkarätigen Veranstaltungen angeht, und der Para Sport Welt einmal mehr gezeigt, wozu wir hier in der Lage sind.“

Das honorierten auch die zahlreichen Zuschauer von ganzen Urlauber-Familien bis hin zu Rucksack-Touristen aus Australien, und natürlich kamen auch viele neugierige und wissbegierige Einheimische.


Die Medaillengewinner im IDM-Wettkampf Degen Männlich Senior Einzel B. Von links:  Balwinder Cheema, Anton Datsko, Dimitrij Rout (alle TuS Makkabi Rostock), Oleksandr Yakovets (SV Böblingen). Foto: Georg Scharnweber              
Die Medaillengewinner im IDM-Wettkampf Degen Männlich Senior Einzel B. Von links:  Balwinder Cheema, Anton Datsko, Dimitrij Rout (alle TuS Makkabi Rostock), Oleksandr Yakovets (SV Böblingen). Foto: Georg Scharnweber              

Sportlich war das Event insbesondere für den gastgebenden TuS Makkabi mega erfolgreich: Mit 24-mal Edelmetall ging eine wahre Medaillenflut über ihn hernieder.

In der Disziplin Degen holte bei den Herren B Anton Datsko aus der Ukraine den Gesamttitel, Zweiter und zugleich Deutscher Meister wurde Balwinder Cheema, Dritter Dimitrij Rout. Oleksii Zakusylov gewann in der Klasse A Gold. Der Bützower Maksym Mahula belegte Rang drei.

Mit dem Säbel war Dimitrij Rout der Beste. Der neue Deutsche Meister bezwang im Finale Dmytro Serozhenko mit 15:11. Bronze ging an Cheema und Datsko. In der Kategorie A wurde Zakusylov Dritter.

Und auch im Florett überzeugte der TuS Makkabi: in der B-Klasse Datsko vor Cheema (der Inder also auch hier Deutscher Meister), Bronze für Rout, bei den A-Herren Zakusylov Zweiter. Mahula wurde Dritter.


Sechs Medaillen gab es für die jüngste IDM-Teilnehmerin, Alea Wesemann vom TuS Makkabi Rostock. Foto: Georg Scharnweber
Sechs Medaillen gab es für die jüngste IDM-Teilnehmerin, Alea Wesemann vom TuS Makkabi Rostock. Foto: Georg Scharnweber

Die Jüngste im Feld der 30 Teilnehmer*innen, Alea Wesemann (12), räumte allein sechs Medaillen ab, wurde in den drei Disziplinen bei den Damen jeweils Dritte und in der U 17 jeweils Zweite – und jedesmal gab‘s zusätzlich zur Urkunde ein Paar Socken, gebrandet mit dem Logo der Hanse- und Universitätsstadt Rostock😊


Deutsche Meisterin 2026 mit dem Degen: Diana Bökenhauer-Haack, hier mit Trainer Sascha Bondar. Foto: Georg Scharnweber
Deutsche Meisterin 2026 mit dem Degen: Diana Bökenhauer-Haack, hier mit Trainer Sascha Bondar. Foto: Georg Scharnweber

Ganz stark Aleas Vereinskameradin Diana Bökenhauer-Haack: Sie holte in der Kategorie Open Einzel C Silber mit dem Säbel und Bronze mit dem Florett, und den Medaillensatz komplett machte sie als Deutsche Meisterin 2026 mit dem Degen!

Inna Verro durfte sich über dreimal Silber freuen.

 

 

 
 
 

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