Rudern trifft Basketball: Ein Training der besonderen Art mit den Rostock Seawolves und Marcus Klemp
- VBRS M-V e.V.
- vor 2 Tagen
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In der Trainingshalle der Rostock Seawolves herrscht eine konzentrierte, aber herzliche Atmosphäre. In unserer neuen Folge unserer Trainerkampagne steht auf der einen Seite Przemysław „Franz“ Frasunkiewicz, Headcoach der Rostock Seawolves, auf der anderen Marcus Klemp, erfolgreicher Para-Ruderer aus Rostock.
„Heute ist mein erstes Mal, dass ich mit einem Paralympics-Athleten zusammenarbeite“, erklärt Coach Franz zu Beginn des Treffens. Die Vorfreude ist ihm anzusehen, auch wenn er offen zugibt: „Ich weiß nicht genau, was mich erwartet, es ist also auch für mich eine völlig neue Erfahrung.“ Marcus Klemp, der bereits auf eine beeindruckende Karriere im Para-Rudern zurückblickt, begegnet der Herausforderung mit einem Lächeln: „Ich freue mich darauf, heute etwas Neues zu üben.“
Das Training beginnt mit den Grundlagen. Schnell wird klar, dass Basketball im Rollstuhl eigene Gesetze hat, aber die physikalischen Prinzipien gleich bleiben. „Basketball dreht sich nur um Winkel“, erklärt der Coach, während er Marcus die korrekte Pass- und Wurftechnik zeigt. Besonders wichtig ist dabei die mentale Komponente. Coach Franz erinnert Marcus daran, dass selbst die Profis ständig scheitern: „Überleg mal, wie viele Würfe jeden Tag auf der ganzen Welt gemacht werden – Millionen! Und was denkst du, gehen mehr rein oder daneben? Natürlich gehen mehr daneben. Wenn du also verfehlst, ist das völlig normal.“
Marcus feilt an seiner Handgelenksarbeit und lernt, die Kraft, die Basketballer normalerweise aus den Beinen holen, durch gezielte Oberkörperspannung zu ersetzen. Coach Franz betont: „Du musst das Selbstvertrauen haben. Um Vertrauen zu haben, darfst du nicht zu viel nachdenken.“ Die Tipps fruchten: Nach einigen Versuchen versenkt Marcus drei Bälle hintereinander im Korb.
Für den Seawolves-Trainer ist dieses Training mehr als nur eine technische Lehrstunde. Er sieht darin eine wichtige Botschaft für alle Sportler: „Ich erinnere meine Spieler zu Saisonbeginn immer daran, dass sie gesegnet sind, diesen Sport ausüben zu dürfen. Manche Menschen haben wirklich große Hindernisse in ihrem Leben. Man sollte sich also nicht beschweren oder müde sein – man sollte es genießen.“
Am Ende der Stunde ist die Begeisterung bei Marcus Klemp groß. „Ich habe innerhalb einer Stunde, glaube ich, technisch beim Korbwurf noch nie so viel gelernt“, resümiert er dankbar.



















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