Mit Vollgas in die Para Boccia-Weltrangliste

29.10.2018

Am 15.08. bekamen Anne Walter und Nicole Michael, beide HSG Universität Greifswald e. V., die Nachricht ihres Lebens: Sie bekamen die einzige Möglichkeit, sich international klassifizieren zu lassen und anschließend im Einzel der jeweiligen Wettkampfklasse an den Start zu gehen.

Anne Walter, Nicole Michael, sowie der Assistentin Ramona Schmidt
Anne Walter, Nicole Michael, sowie der Assistentin Ramona Schmidt

Natürlich immer alles unter Beobachtung der internationalen Klassifizierer. Dies konnte in diesem Jahr nur beim „Boccia Regional Open 2018“ in Olbia auf Sardinien geschehen. Dies ist Voraussetzung für den Eintritt in die Deutsche Paralympische Boccia Nationalmannschaft, welchen beide Spielerinnen für nächstes Jahr anstreben. Bei Anne ging es um die Wettkampfklasse BC 1 und bei Nicole um die BC 4.

Es ist logisch, dass sich beide diese Chance nicht entgehen lassen konnten. So wurde sofort angefangen, der finanzielle Punkt zu klären. Dank einiger Förderungen, privater Hilfen und einem Bankkredit konnte dieser Punkt erledigt werden. Schwieriger war der Punkt „Flug“ Welche Fluggesellschaft nimmt Rollstühle mit? Und zwar gleich zwei Elektro- und einen Aktivrollstuhl? Wie bekommt man bei den E-Rollstühlen die Sicherung raus? Welche Batterieart haben die Rollis? Nachdem auch dieser und einige andere Punkte   als erledigt bearbeitet werden konnten, konnte man die Vorfreude praktisch spüren.

So ging es am 21.10., direkt nach der deutschen Meisterschaft und mit einer Gold-und einer Bronzemedaille im Gepäck, mit dem Zug zum Frankfurter Flughafen. Jetzt wurde es ernst. Das Gepäck wurde aufgegeben und alle warteten auf den Check-In. Kurz wurde die tschechische Mannschaft begrüßt, die ebenfalls den Flieger benutzte und dann war es soweit. Menschen, Rollstühle und Handgepäck wurden verladen. Der Flug verlief relativ ruhig und als das Flugzeug ca. 1 Stunde und 45 Minuten in Olbia ankam, waren alle froh. Der Shuttle zum Hotel war schon da und so konnte sogleich per „Tetris-Prinzip“ (welcher Rollstuhl passt in welche Lücke?) der Bus beladen werden und schließlich waren Anne Walter, Nicole Michael, Thomas Keller und Ramona Schmidt um kurz vor 20 Uhr im „Geovillage Sport and Wellness Resort“.

Der Montag begann mit dem Check der benötigten Utensilien. Die Bälle mussten das vorgegebene Gewicht und vorgegebenen Maße haben. Das war aber weder bei Anne noch bei Nicole ein Problem. Dann ging es ans Training. Das erste Mal auf Betonboden… Besonders Anne tat sich schwer damit. Nach einer kurzen Kaffeepause in der Sonne kam dann der größte Punkt: Die Klassifizierung. Zuerst war Nicole dran. Das Zittern begann, es war nicht einfach. Nach ca. 45 Minuten stand endlich fest: Die Wettkampfklasse BC 4 wurde bestätigt, aber unter Beobachtung in allen Bereichen, auch außerhalb der Sporthalle. Deutlich einfacher verlief es bei Anne. Nach ca. 20 Minuten wurde auch ihre Wettkampfklasse (BC 1) bestätigt. Am Abend war dann die offizielle BisFed-Eröffnung mit dem Einmarsch der Nationen. Danach wurde der Tag gemütlich beendet.

Dienstag startete der Einzelwettkampf. Alle waren entsprechend aufgeregt. Annes Spiele verliefen eher mittelmäßig. Gegen eine Französin und gegen eine Tschechin gewann sie knapp, gegen einen Portugiesen hatte sie absolut keine Chance. Ihren ersten internationalen Sieg konnte sie in einem Spiel gegen einen Italiener feiern. Deutlich besser verlief es da bei Nicole. Gleich ihr erstes Spiel gegen eine Slowenin konnte sie für sich entscheiden. Danach musste auch sie eine Niederlage gegen einen Aserbaidschaner in Kauf nehmen. Dies war aber nicht schlimm, denn zwei weitere Spiele gegen die Türkei gewann Nicole. Damit war sie im Viertelfinale, womit keiner gerechnet hatte, sie selbst am allerwenigsten. Dieses spielte sie am Donnerstag gegen Artem, einen Ukrainer. Sie verlor das Viertelfinale und spielte später das kleine Finale um Platz 3 und 4 gegen einen Slowenen. Sie verlor es und es stand fest: Sie hatte Platz 4 bei ihrem ersten internationalen Weltranglisten-Turnier geschafft! Alle waren total happy über die Ergebnisse der beiden deutschen Spielerinnen. Donnerstagabend wurde etwas die Spielergebnisse der beiden deutschen Spielerinnen gefeiert.

Da Freitag ausschließlich Pair- und Mannschaftswettbewerbe auf dem Programm standen, war für die Deutschen bis zur offiziellen Verabschiedungszeremonie Freizeit angesagt. Hinterher war das BisFed-Turnier abgeschlossen und alle packten die Sachen, da am Samstag früh um 6 Uhr der Shuttle zum Flughafen wartete. Trotz einiger Turbulenzen kamen alle am Nachmittag wieder glücklich über die errungenen Ergebnisse wieder am Zielort an.

Ein ganz großer Dank gilt allen, die dieses Erlebnis ermöglicht haben. Es war für beide Sportlerinnen ein unvergessliches Erlebnis, bei dem sehr viel für die Zukunft gelernt werden konnte.

 
 

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