Titel und Medaillen bei der Jugendweltmeisterschaft in Prag

04.07.2016

Mit drei Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille sowie voller Stolz kehrten die Handicap-Leichtathletinnen des Stützpunktvereins des Landesleistungszentrums (LLZ) M-V HSG Uni Greifswald, Hanna Wichmann und Lindy Ave, von den diesjährigen Junior World Games vom 29. Juni bis 03. Juli in Prag zurück.

Die 18jährige Lindy Ave, die bereits 2015 bei den Jugendweltmeisterschaften und in diesem Jahr bei den Europameisterschaften der Handicap-Leichtathleten wichtige internationale Wettkampferfahrung sammeln konnte, sicherte sich zum Auftakt des ersten Wettkampftages den Titel über 200m in der Altersklasse U23. Da bei den Jugendweltmeisterschaften Athleten mit unterschiedlichen körperlichen Behinderungen gegeneinander antreten, werden die erzielten Leistungen in Punktwerte umgerechnet. Diese orientieren sich dabei an dem aktuellen Weltrekord der jeweiligen Behinderungsklasse, der 1000 Punkte entspricht. Lindy siegte über 200m in sehr guten 28,11s (912 Pkt.) vor der Tschechin Tereza Jakschova, deren 27,89s 828 Punkte ergaben. Die 20jährige Hanna Wichmann, die aufgrund ihrer ausgeprägten Spastik auf den Rollstuhl angewiesen ist, durfte in Prag erstmals das Nationaltrikot tragen. Sie wurde am ersten Wettkampftag für sehr gute 3,67m als Zweite hinter der US-Amerikanerin Katrina Gerhard mit WM-Silber belohnt.

Am zweiten Wettkampftag hatten beide Sportlerinnen zwei Disziplinen zu absolvieren. Etwas unglücklich verlief der Weitsprungwettbewerb für Lindy. Die ersten fünf Versuche waren weit, aber leider am Brett immer minimal übertreten. Im letzten Durchgang gelang ihr endlich ein gültiger Versuch – mit guten 4,15m sprang sie noch auf den Bronzerang. Herausragend war aber ihr Start über 100m. Obwohl sie unmittelbar vor ihrem Finallauf, aufgrund einer Unwetterfront, eine halbstündige Wettkampfunterbrechung hinnehmen musste, sprintete sie trotz Gegenwind in 13,40s zum WM-Titel. Ihren erst vor einer Woche bei den Nordostdeutschen Meisterschaften in Königs Wusterhausen von ihr aufgestellten deutschen Rekord verbesserte sie damit um fast drei Zehntelsekunden.

Hanna Wichmann begann den zweiten Wettkampftag mit dem Diskuswerfen. Gute 4,59m reichten zum fünften Platz. Am frühen Abend wartete das Finale im Keulenwurf auf sie – eine Disziplin, die es in der paralympischen Leichtathletik ausschließlich für stark spastisch behinderte und querschnittsgelähmte Athleten gibt. Da es mit der Keule, eigentlich Hannas beste Disziplin, in den letzten Trainingseinheiten vor der Jugendweltmeisterschaft überhaupt nicht mehr klappen wollte, war die Unsicherheit und Nervosität besonders groß. Nach dem ersten Versuch war diese allerdings auch schon vorbei - 14,15m bedeuteten auf Anhieb Rang zwei. Nach mehreren Fehlversuchen bewies Hanna im letzten Durchgang Nervenstärke und Selbstvertrauen. Sie schleuderte die Wurfkeule auf tolle 15,28m – Titelgewinn und Goldmedaille vor der favorisierten Irin Kate Kelly (14,28m) und Zenab Albraiki (Vereinigte Arabische Emirate) die 13,96m erzielte.

Das Landesleistungszentrum M-V, der Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport M-V, als Trägerverband, sowie das BerufsBildungsWerk, als Trägereinrichtung des LLZ, freuen sich über die hervorragenden Leistungen der Athletinnen und gratulieren recht herzlich zu diesem Erfolg.

Jenns Golzow

Lindy Ave und Hanna Wichmann
Lindy Ave und Hanna Wichmann
 
 

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